31. Januar 2008

1. Quartal Geschäftsjahr 2008: Umsatz und Ergebnis erneut deutlich über Vorjahreswerten

  • wwErstmals Berichterstattung nach IFRS
  • Umsatz: 367 Mio. EUR; 10 Prozent über Vorjahr, 2 Prozent unter Vorquartal
  • EBIT: plus 28 Mio. EUR (Vorjahr: plus 21 Mio. EUR, Vorquartal: plus 11 Mio. EUR)

1. Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS

EPCOS hat mit Beginn des Geschäftsjahres 2008 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) seine Rechnungslegung auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) umgestellt.

IFRS ersetzt bei EPCOS die bisherige Rechnungslegung nach US-GAAP. Daraus ergeben sich Auswirkungen auf Ergebnis- und Bilanzkennzahlen. Detaillierte Informationen dazu hat EPCOS in der Pressemeldung vom 23. Januar 2008 veröffentlicht. Weitere Informationen zur Umstellung auf IFRS sind außerdem unter www.epcos.de/ir abrufbar. In der vorliegenden Pressemeldung zum

1. Quartal des Geschäftsjahres 2008 (1. Oktober bis 31. Dezember 2007) sind die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2007 nach IFRS vergleichbar dargestellt.

2. Das 1. Quartal Geschäftsjahr 2008

Die insgesamt gute Nachfrage der vorangegangenen Quartale hielt im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008 an. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz zweistellig gesteigert werden. Gegenüber dem guten Vorquartalswert hat er sich etwas abgeschwächt, was weitestgehend in dem nochmals schwächeren US-Dollar begründet war.


Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurden sowohl der Wert des Vorjahreszeitraums als auch der des Vorquartals deutlich übertroffen.

3. Umsatz

3.1. Vergleich zum Vorquartal

in Mio. EUR4. Quartal 2007± in %1. Quartal 2008
Umsatz376–2367

Der Umsatz ging im 1. Quartal 2008 von dem guten Vorquartalswert um 2 Prozent auf 367 Millionen EUR zurück.

Mit Produkten für die Industrie- und Automobil-Elektronik sowie im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren wurde – saisonal bedingt – etwas weniger umgesetzt als im Vorquartal. Diese Entwicklung ließ sich durch den leicht höheren Umsatz mit Produkten für die Telekommunikation nicht völlig kompensieren. Der Umsatz mit Bauelementen für die Konsum-Elektronik blieb in etwa stabil.

Regional war der Umsatz in Deutschland rückläufig. Im europäischen Ausland sowie in Asien und der NAFTA-Region lag er jeweils auf dem Niveau des Vorquartals.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR4. Quartal 2007± in %1. Quartal 2008
Kondensatoren und Induktivitäten137–2134
Keramische Bauelemente136–4130
OFW-Komponenten1030103

Während im Segment Kondensatoren und Induktivitäten der Umsatz mit Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren und induktiven Bauelementen in etwa stabil blieb, ging der Umsatz mit Folien-Kondensatoren und Ferritkernen zurück. Dies war vor allem durch die schwächere Nachfrage aus der Industrie-Elektronik und der Distribution bedingt.

Im Segment Keramische Bauelemente ist der Umsatzrückgang im Berichtsquartal insbesondere auf das saisonal schwächere Geschäft mit Produkten für die Automobil-Elektronik zurückzuführen, auf die mehr als die Hälfte des Segmentumsatzes entfällt. Die rückläufige Entwicklung unter anderem bei Piezo-Aktuatoren und keramischen Vielschichtbauelementen konnte durch den gestiegenen Umsatz mit Sensoren und Sensorsystemen nicht voll ausgeglichen werden.

Im Segment Oberflächenwellen-Komponenten (OFW-Komponenten) blieb der Umsatz stabil – trotz negativer Wirkungen aus Währungsumrechnung und überdurchschnittlich hohem Preisverfall. Vor allem die Nachfrage nach Hochfrequenz-Modulen für Mobiltelefone und Wireless-LAN-Anwendungen sowie nach Modulen für die Automobil-Elektronik entwickelte sich positiv. Auch der Umsatz mit OFW-Filterprodukten für UMTS-Mobiltelefone lag über dem Vorquartalswert. Durch diese Zuwächse konnte der Umsatzrückgang im Geschäft mit Filtern für die Unterhaltungselektronik ausgeglichen werden.

3.2. Vergleich zum Vorjahresquartal

in Mio EUR1. Quartal 2007± in %1. Quartal 2008
Umsatz334+10367

Gegenüber Vorjahr stieg der Umsatz im 1. Quartal 2008 um 10 Prozent.

Nahezu alle Branchen haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum von über 20 Prozent mit Produkten für die Automobil-Elektronik. Der Umsatz mit Bauelemente-Distributoren nahm um mehr als 10 Prozent zu. Während im Geschäft mit Produkten für die Telekommunikation und die Industrie-Elektronik jeweils einstellige Zuwächse erzielt werden konnten, blieb der Umsatz mit Bauelementen für die Konsum-Elektronik insgesamt stabil.

Nach Regionen betrachtet stieg der Umsatz überall. Bedingt durch die stark gestiegene Nachfrage aus der Automobil-Elektronik fiel das Wachstum in Deutschland mit rund 15 Prozent am höchsten aus. Im europäischen Ausland und in der NAFTA-Region wurde jeweils ein Zuwachs von rund 10 Prozent erzielt. Die Währungsumrechnungseffekte konnten in Asien nur bedingt ausgeglichen werden, so dass der Umsatz in dieser Region das Niveau des Vorjahres nur knapp übertroffen hat.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR1. Quartal 2007± in %1. Quartal 2008
Kondensatoren und Induktivitäten121+10134
Keramische Bauelemente111+17130
OFW-Komponenten102+1103

Gegenüber Vorjahr konnte der Umsatz im 1. Quartal 2008 in allen Geschäftssegmenten gesteigert werden.

Der größte Zuwachs wurde mit 17 Prozent bei den Keramischen Bauelementen erzielt. An der Umsatzsteigerung auf 130 Millionen EUR waren alle Produktgruppen beteiligt. Zweistellige Wachstumsraten ergaben sich bei Piezo-Aktuatoren sowie bei Sensoren und Sensorsystemen für Anwendungen in der Automobilindustrie. Ein ebenfalls zweistelliges Umsatzplus konnte mit Ableitern erzielt werden, die hauptsächlich Telekommunikationsgeräte vor Überspannungen schützen.

Der Umsatz mit Kondensatoren und Induktivitäten konnte um 10 Prozent auf 134 Millionen EUR gesteigert werden. Alle Produktgruppen haben zu dem Wachstum beigetragen. Hervorzuheben sind die Zuwächse bei den Aluminium-Elektrolyt- und Folien-Kondensatoren für die Industrie-Elektronik sowie bei den Induktivitäten für die Automobil-Elektronik.

Im Segment OFW-Komponenten stieg der Umsatz um 1 Prozent auf 103 Millionen EUR leicht an; bereinigt um Währungsumrechnungseffekte ergäbe sich ein Wachstum von fast 10 Prozent. Getragen wurde der Zuwachs von dem Geschäft mit Hochfrequenz-Modulen für Mobiltelefone. Der Umsatz mit OFW-Filtern für Multimedia-Anwendungen war rückläufig. Dieser Rückgang ist unter anderem in dem zunehmenden Marktanteil von Flachbild-Fernsehgeräten begründet. In diesen werden im Vergleich zu herkömmlichen Röhren-Fernsehgeräten in der Regel kleinere und preisgünstigere Multimedia-Filter eingesetzt.

4. Ergebnisentwicklung

4.1. EBIT nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR1. Quartal 20074. Quartal 20071. Quartal 2008
Kondensatoren und Induktivitäten+3,7–5,0+9,9
Keramische Bauelemente+0,6+5,0+7,2
OFW-Komponenten+16,6+11,3+11,3

Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten konnte im 1. Quartal 2008 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von plus 9,9 Millionen EUR erzielt werden. Darin ist ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 2 Millionen EUR aus dem Verkaufsvertrag des Standorts Málaga/ Spanien enthalten.

Im Vergleich mit dem EBIT des Vorquartals muss berücksichtigt werden, dass im 4. Quartal 2007 im IFRS-Abschluss Aufwendungen für Restrukturierungen in Höhe von 17 Millionen EUR enthalten waren. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die bereits kommunizierten Personalanpassungen am Standort Málaga. Teilweise kompensiert wurde diese Belastung durch den Ertrag aus dem Verkauf des Standorts Heidenheim in Höhe von 5 Millionen EUR. Bereinigt um diese Effekte lag das EBIT des 4. Quartals 2007 nach IFRS also bei rund plus 7 Millionen EUR.

Somit konnte im Berichtsquartal das operative EBIT gegenüber Vorquartal – trotz eines leichten Umsatzrückgangs – um rund 1 Million EUR verbessert werden.

Bei den Keramischen Bauelementen wurde das EBIT auf 7,2 Millionen EUR verbessert. In dieser Entwicklung zeigen sich – neben einer weiteren Steigerung der Ausbeuten – positive Effekte des Rückzugs aus der Eigenfertigung von Keramik-Kondensatoren.

Im Segment OFW-Komponenten konnten ein EBIT in Höhe von 11,3 Millionen EUR und eine zweistellige EBIT-Marge erzielt werden. Dies ist umso bemerkenswerter, als in diesem Segment aufgrund des starken Euro erneut ein überdurchschnittlich hoher Preisverfall verkraftet werden musste. Darin ist im Wesentlichen auch der EBIT-Rückgang gegenüber Vorjahr begründet.

4.2. Konzern-Ergebnis

in Mio. EUR1. Quartal 20074. Quartal 20071. Quartal 2008
EBIT+20,9+11,3*+28.4
Ergebnis nach Steuern+5,9+6,7+19,0
Ergebnis je Aktie (in EUR)+0,09+0,10+0,29

*darin rund 17 Mio. EUR Restrukturierungsaufwand

Konzernweit belief sich das EBIT im 1. Quartal 2008 auf rund 28 Millionen EUR und lag damit über den Werten sowohl des Vorjahres- als auch Vorquartals. Dabei sind die im EBIT des Segments Kondensatoren und Induktivitäten enthaltenen Sondereffekte zu berücksichtigen (Erläuterung dazu siehe 4.1.).

Das Ergebnis nach Steuern betrug 19 Millionen EUR, der Gewinn je Aktie 0,29 EUR.

Der Netto-Cash-Flow war im Berichtsquartal mit minus 2 Millionen EUR leicht negativ.

Im Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von plus 24 Millionen EUR wirkten das Ergebnis nach Steuern sowie die Abschreibungen positiv. Diesen stand ein Anstieg des Netto-Umlaufvermögens gegenüber, der durch einen Bestandsaufbau bedingt war.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug 26 Millionen EUR.

Hierin sind Investitionen für Kapazitätserweiterungen speziell im Bereich der OFW-Komponenten enthalten sowie Zahlungen an Xindeco im Zusammenhang mit der Erweiterung des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens EPCOS Xiamen. Darüber hinaus hat EPCOS seine bestehende Minderheitsbeteiligung an Becromal Norway auf den Mutterkonzern mit Sitz in Mailand/ Italien ausgeweitet. Damit verstärkt EPCOS seine Kooperation mit diesem für die Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren wichtigen Lieferanten. Die im 1. Quartal 2008 überdurchschnittlich hohen Investitionen wurden zum Teil durch die Vereinnahmung des Kaufpreises für den Standort Heidenheim ausgeglichen.

5. Ausblick

Für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2008 erwartet EPCOS gegenüber Vorquartal eine insgesamt stabile Umsatzentwicklung. Saisonal bedingt dürften die Umsätze vor allem mit Produkten für Mobilfunkgeräte und Konsum-Elektronikanwendungen geringer ausfallen. Diese Rückgänge sollten durch Zuwächse insbesondere im Geschäft mit Herstellern von Automobil- und Industrie-Elektronik sowie mit Distributoren ausgeglichen werden. EPCOS erwartet ein EBIT in etwa auf dem operativen Niveau des Vorquartals.


Auch wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in letzter Zeit etwas eingetrübt haben, geht EPCOS für das laufende Geschäftsjahr 2008 unverändert von einer Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Für das EBIT – nach IFRS – erwartet EPCOS eine Verbesserung auf rund 110 Millionen EUR.

Über EPCOS


Die EPCOS AG ist ein führender Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München. Mit seinem breit gefächerten Produktportfolio bietet EPCOS ein umfassendes Angebot aus einer Hand und konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Automobil-, der Industrie- und der Konsum-Elektronik. Das Unternehmen verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie Vertriebsbüros in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.


Elektronische Bauelemente befinden sich in nahezu jedem elektrischen und elektronischen Gerät und sind dort für die einwandfreie Funktion unverzichtbar. Die Produkte von EPCOS speichern elektrische Energie, filtern Frequenzen und schützen vor Überspannungen und -strömen.


Im Geschäftsjahr 2007 (1. Oktober 2006 bis 30. September 2007) hat EPCOS einen Umsatz von 1,44 Milliarden EUR erzielt. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 18.300 Mitarbeiter.

Hinweis


Alle genannten Finanzdaten sind nach IFRS erstellt und untestiert.


Live-Übertragung des Conference Calls


Am 31. Januar 2008 wird der EPCOS-Vorstand ab 12.00 Uhr (MESZ) Analysten und Anleger in einer Telefonkonferenz über die Geschäftsentwicklung im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008 informieren. Diese Telefonkonferenz kann live unter http://www.epcos.com/conferencecall gehört werden. Der Redetext ist nach Ende der Telefonkonferenz als Download verfügbar.


Weitere Termine


Die Hauptversammlung findet am 13. Februar 2008 statt. Die Ergebnisse des 2. Quartals 2008 werden am 5. Mai 2008 veröffentlicht.

 

Dieser Text enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauende Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in unseren Abnehmerbranchen, in den Beziehungen zu unseren Kunden, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen sein. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt EPCOS die Verpflichtung dazu.