6. Februar 2009

1. Quartal Geschäftsjahr 2009: Nachfrageeinbruch verursacht Rückgang bei Umsatz und Ergebnis

  • Umsatz: Rückgang auf 282 Mio. EUR; 23% unter Vorjahr, 26% unter Vorquartal
  • EBIT: minus 19 Mio. EUR (Vorjahr: +28 Mio. EUR, Vorquartal: +23 Mio. EUR)
  • Fortlaufende Anpassung der Ressourcenplanung und Einsatzfaktoren

1. Das 1. Quartal 2009


Im Zuge der tiefgreifenden Weltwirtschaftskrise hat sich die Geschäftsentwicklung bei EPCOS im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009 (1. Oktober bis 31. Dezember 2008)
zunehmend verschlechtert. Die Kunden von EPCOS drosselten ihre Produktion nicht nur nachfragebedingt, sondern auch um Lagerbestände abzubauen. Dies führte bei EPCOS zur massiven Verschiebung und Stornierung von Aufträgen.

In der Folge lag der Umsatz mit 282 Millionen EUR jeweils prozentual zweistellig unter den Werten des Vorjahres- und Vorquartals. Alle Abnehmerbranchen waren davon betroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank – vor allem durch das erheblich niedrigere
Volumen bedingt – auf minus 19 Millionen EUR.

2. Umsatz


2.1. Vergleich zum Vorquartal

in Mio. EUR4. Quartal 2008±1. Quartal 2009
Umsatz382–26%282

Am stärksten belastet wurde die Geschäftsentwicklung von EPCOS im 1. Quartal 2009 von dem Absatzeinbruch in der Automobilindustrie.


Verglichen mit dem Vorquartal ging der Umsatz mit Produkten für Anwendungen in der Automobil-Elektronik um rund 45 Prozent zurück. Mit Bauelemente-Distributoren wurde mehr als 30 Prozent weniger umgesetzt, der Umsatz mit Herstellern von Informations- und Kommunikationstechnik sowie von Konsum-Elektronik sank um jeweils rund 20 Prozent. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise haben inzwischen auch das Geschäft mit EPCOS-Produkten für die Industrie-Elektronik erreicht, hier lag der Umsatz um 15 Prozent unter dem Vorquartalswert.

In der regionalen Umsatzaufteilung von EPCOS machte sich der Nachfragerückgang vor allem in Deutschland bemerkbar. Hier ging der Umsatz gegenüber Vorquartal um fast 40 Prozent zurück, im europäischen Ausland um 30 Prozent. Jeweils rund 10 Prozent niedriger waren die Umsätze in Asien und in der NAFTA-Region.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR4. Quartal 2008±1. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten156–15%132
Keramische Bauelemente119–42%69
OFW-Komponenten107–25%81

Im Vergleich zum Vorquartal mussten im 1. Quartal 2009 alle Geschäftssegmente von EPCOS prozentual zweistellige Umsatzeinbußen hinnehmen.

Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten ging der Umsatz um 15 Prozent auf 132 Millionen EUR zurück. Bei den Oberflächenwellen-Komponenten sank er um 25 Prozent auf 81 Millionen EUR. Den stärksten Rückgang verzeichnete EPCOS in seinem Geschäft mit keramischen Bauelementen, wo der Umsatz um 42 Prozent auf 69 Millionen EUR einbrach. Der Rückgang fiel in diesem Segment überdurchschnittlich aus, weil hier der Umsatzanteil von Produkten für die Automobil-Elektronik am höchsten ist.

2.2. Vergleich zum Vorjahresquartal

in Mio. EUR1. Quartal 2008±1. Quartal 2009
Umsatz367–23%282

Auch gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist im 1. Quartal 2009 der Umsatz mit allen Abnehmerbranchen zurückgegangen; um mehr als 50 Prozent und damit am stärksten im Geschäft mit Herstellern von Automobil-Elektronik. Jeweils um etwa 20 Prozent sank der Umsatz mit Kunden aus der Konsum-Elektronik und mit Bauelemente-Distributoren. 15 Prozent betrug der Rückgang bei Produkten für die Informations- und Kommunikationstechnik. Mit einem Umsatzrückgang von 3 Prozent blieb das Geschäft mit der Industrie-Elektronik verhältnismäßig stabil.

In der regionalen Umsatzaufteilung von EPCOS zeigt sich ein differenzierteres Bild: In Deutschland bzw. im europäischen Ausland ging der Umsatz um 40 bzw. nahezu 30 Prozent zurück. Der Umsatz in der NAFTA-Region ging prozentual einstellig zurück. In Asien dagegen konnte das Niveau des Vorjahresquartals erreicht werden; hier profitierte EPCOS von der Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR1. Quartal 2008±1. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten134

1%

132
Keramische Bauelemente130–47%69
OFW-Komponenten103–21%81

Mit einem Rückgang um 1 Prozent hat EPCOS im Berichtsquartal seinen Umsatz im Segment Kondensatoren und Induktivitäten gegenüber Vorjahresquartal nahezu stabil gehalten. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in diesem Segment der Umsatzanteil mit Kunden aus der Industrie-Elektronik am höchsten ist.

Im Segment Keramische Bauelemente verzeichnete EPCOS mit einem Minus von 47 Prozent den stärksten Umsatzrückgang. In diesem Fall war dafür im Wesentlichen der Automobilkonjunktureinbruch verantwortlich.


Im Segment OFW-Komponenten lag der Umsatz 21 Prozent unter dem Vorjahreswert. Von der schwachen Nachfrage waren alle Produktgruppen des Segments betroffen.

3. Ergebnisentwicklung


3.1. EBIT nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR1. Quartal 20084. Quartal 20081. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten+9,9+11,9+1,6
Keramische Bauelemente+7,2+10,7–11,4
OFW-Komponenten+11,3+6,9–9,4

Die Ergebnisentwicklung war in allen Segmenten von dem starken Umsatzrückgang geprägt.

Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten reduzierte sich das EBIT im 1. Quartal 2009 auf plus 1,6 Millionen EUR.

Bei den Keramischen Bauelementen belief sich das EBIT auf minus 11,4 Millionen EUR.

Bei den OFW-Komponenten betrug das EBIT minus 9,4 Millionen EUR. Neben dem Volumenrückgang wirkten darin ein ungünstigerer Produktmix sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von etwa 2 Millionen EUR.

3.2. Konzern-Ergebnis

in Mio. EUR1. Quartal 20084. Quartal 20081. Quartal 2009
EBIT+28,4+23,1–19,2
Ergebnis nach Steuern+19,0+8,8–29,8
Ergebnis je Aktie (in EUR, unverwässert)+0,29+0,14–0,44

In Summe ergab sich im 1. Quartal 2009 für EPCOS ein Konzern-EBIT in Höhe von minus

19,2 Millionen EUR.

Das Ergebnis nach Steuern betrug minus 29,8 Millionen EUR. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf minus 0,44 EUR.

Der Netto-Cash-Flow belief sich auf minus 61 Millionen EUR. Die Mittelabflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit betrugen dabei 36 Millionen EUR. Belastend wirkte hierin neben dem negativen Ergebnis ein Aufbau des Netto-Umlaufvermögens. Dieser resultierte im Wesentlichen aus einem Rückgang von Verbindlichkeiten sowie aus einem Bestandsaufbau an Fertigerzeugnissen, der durch die schwache Nachfrage verursacht wurde. Die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit betrugen 25 Millionen EUR.

4. Fortlaufende Anpassung der Ressourcenplanung und Einsatzfaktoren


Angesichts der äußerst widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der nicht vorhersehbaren Nachfrageentwicklung überprüft EPCOS seine Ressourcenplanung und Einsatzfaktoren fortlaufend und passt diese den sich ändernden Gegebenheiten an.

So nutzt EPCOS beispielsweise eine Reihe von Personalmaßnahmen, um die Fertigungskapazitäten an den erheblich gesunkenen Bauelementebedarf der Kunden anzupassen: unter anderem Abbau von Resturlaub und Arbeitszeitguthaben sowie Kurzarbeit. Im 1. Quartal 2009 war darüber hinaus eine Verringerung der Anzahl weltweit für EPCOS tätiger Personen um rund 4.100 unvermeidlich. Davon waren etwa jeweils zur Hälfte eigene Mitarbeiter sowie Leiharbeitnehmer und bei Unterauftragsnehmern Beschäftigte betroffen.


Die Investitionen in Anlagevermögen werden aus heutiger Sicht mit rund 110 Millionen EUR deutlich unter denen des Vorjahres (155 Mio. EUR) liegen, während zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit für Forschung und Entwicklung erneut Aufwendungen in Höhe von rund 75 Millionen EUR (Vorjahr: 81 Mio. EUR) vorgesehen sind.

5. Ausblick


Konjunkturforscher rechnen für 2009 mit anhaltend großen Belastungen der Weltwirtschaft. Vor diesem Hintergrund und angesichts des sehr schwachen Auftragseingangs erwartet EPCOS im laufenden 2. Quartal 2009 einen Umsatzrückgang auf rund 260 Millionen EUR, der auch die Ergebnisentwicklung negativ beeinflussen wird.

Über EPCOS


Die EPCOS AG ist ein führender Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München. Mit seinem breit gefächerten Produktportfolio bietet EPCOS ein umfassendes Angebot aus einer Hand und konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Automobil-, der Industrie- und der Konsum-Elektronik. Das Unternehmen verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie Vertriebsbüros in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.


Elektronische Bauelemente befinden sich in jedem elektrischen und elektronischen Gerät und sind dort für die einwandfreie Funktion unverzichtbar. Die Produkte von EPCOS speichern elektrische Energie, filtern Frequenzen und schützen vor Überspannungen und -strömen.


Im Geschäftsjahr 2008 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) hat EPCOS einen Umsatz von 1,48 Milliarden EUR erzielt. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 21.200 Mitarbeiter.

Hinweis


Alle genannten Finanzdaten sind nach IFRS erstellt und untestiert.

Dieser Text enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauenden Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in unseren Abnehmerbranchen, in den Beziehungen zu unseren Kunden, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen sein. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt EPCOS die Verpflichtung dazu.