7. Mai 2009

2. Quartal Geschäftsjahr 2009: Schwache Nachfrage belastet Umsatz und Ergebnis

  • Umsatz: Rückgang auf 263 Mio. EUR; 27% unter Vorjahr, 7% unter Vorquartal
  • EBIT: minus 42 Mio. EUR (Vorjahr: +26 Mio. EUR, Vorquartal: −19 Mio. EUR)
  • Vorräte deutlich abgebaut

1. Das 2. Quartal 2009


Aufgrund der anhaltenden Weltwirtschaftskrise hat sich die Geschäftsentwicklung bei EPCOS im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2009 (1. Januar bis 31. März 2009) sowohl gegenüber Vorjahres- als auch Vorquartal weiter abgeschwächt. Der Umsatz ging auf 263 Millionen EUR zurück. Alle Abnehmerbranchen und Regionen waren davon betroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank – vor allem durch den Abbau von Vorräten und den niedrigeren Umsatz – auf minus 42 Millionen EUR.

2. Umsatz


2.1. Vergleich zum Vorquartal

in Mio. EUR1. Quartal 2009±2. Quartal 2009
Umsatz282–7%263

Inzwischen ist auch die Abnehmerbranche der Industrie-Elektronik voll in den Sog der weltweiten Rezession geraten. In Folge verringerte sich bei Herstellern von Industriemaschinen und -anlagen sowie von Energietechnik der Bedarf nach elektronischen Bauelementen. Diese Entwicklung hat das Geschäft von EPCOS im 2. Quartal 2009 am stärksten belastet.

Verglichen mit dem Vorquartal ging der Umsatz mit Produkten für Anwendungen in der Industrie-Elektronik um 17 Prozent und damit am stärksten zurück. Der Umsatz mit Herstellern von Informations- und Kommunikationstechnik sank um mehr als 10 Prozent. Bei Produkten für den Einsatz in der Automobil-Elektronik sowie im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren lagen die Umsätze etwas unter den niedrigen Werten des Vorquartals.

Dagegen stieg der Umsatz mit Bauelementen für die Konsum-Elektronik um mehr als 10 Prozent. Der Zuwachs ist darin begründet, dass das chinesische Gemeinschaftsunternehmen EPCOS Feida im Berichtsquartal seinen Betrieb aufgenommen hat. EPCOS Feida entwickelt und fertigt Leistungskondensatoren, die vor allem in Geräten der Haushaltselektronik eingesetzt werden.

Nach Regionen betrachtet lagen die Umsatzrückgänge von EPCOS jeweils im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR1. Quartal 2009±2. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten132–12%116
Keramische Bauelemente69+3%71
OFW-Komponenten81–6%76

Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten ging der Umsatz um 12 Prozent auf 116 Millionen EUR zurück. Darin zeigte sich vor allem das rückläufige Geschäft mit der Industrie-Elektronik, das den größten Beitrag zum Segment-Umsatz beisteuert.

Der Umsatz mit keramischen Bauelementen konnte zwar um 3 Prozent auf 71 Millionen EUR gesteigert werden, bewegte sich aber weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Hauptgrund dafür ist das anhaltend schwache Geschäft mit der Automobil-Elektronik.


Bei den Oberflächenwellen-Komponenten sank der Umsatz, insbesondere wegen des schwachen Geschäfts mit Produkten für Mobilfunkanwendungen, um 6 Prozent auf 76 Millionen EUR.

2.2. Vergleich zum Vorjahresquartal

in Mio. EUR2. Quartal 2008±2. Quartal 2009
Umsatz36227%263

G

egenüber Vorjahresquartal ist der Umsatz von EPCOS mit allen Abnehmerbranchen prozentual zweistellig zurückgegangen.


Davon war das Geschäft mit Herstellern von Automobil-Elektronik am stärksten betroffen; der Umsatz lag um mehr als 50 Prozent niedriger als noch vor Jahresfrist. Jeweils um mehr als 20 Prozent sank der Umsatz mit Kunden aus der Industrie-Elektronik und mit Bauelemente-Distributoren. Im Geschäft mit Herstellern von Informations- und Kommunikationstechnik sowie Kunden aus der Konsum-Elektronik gingen die Umsätze um jeweils mehr als 10 Prozent zurück.

In der regionalen Umsatzaufteilung zeigt sich vor allem das schwache Geschäft mit Automobil- und Industrie-Elektronik: So ging in Deutschland bzw. im europäischen Ausland der Umsatz um rund 45 bzw. 30 Prozent zurück. Der Umsatz in der NAFTA-Region sank prozentual einstellig. In Asien dagegen konnte das Niveau des Vorjahresquartals erreicht werden; hier profitierte EPCOS ein wenig von der Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR2. Quartal 2008±2. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten143–18%116
Keramische Bauelemente12845%71
OFW-Komponenten9117%76

Im Vorjahresvergleich mussten im 2. Quartal 2009 alle Geschäftssegmente prozentual zweistellige Umsatzeinbußen hinnehmen.


Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten wurde auch in diesem Vergleichszeitraum die Umsatzentwicklung wesentlich von dem schwachen Geschäft mit der Industrie-Elektronik geprägt. Aber auch der Bedarf an elektronischen Bauelementen für den Einsatz in der Automobil- und Konsum-Elektronik lag deutlich unter den Vorjahreswerten. In der Folge sank der Umsatz mit Kondensatoren und Induktivitäten um 18 Prozent.

Bei den Keramischen Bauelementen verzeichnete EPCOS mit einem Minus von 45 Prozent den stärksten Umsatzrückgang. Hauptgrund dafür war – wie schon im 1. Quartal 2009 – die sehr schwache Nachfrage aus der Automobil-Elektronik.


Im Segment OFW-Komponenten lag der Umsatz 17 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hier konnte der Umsatz mit Filterprodukten für Mobilfunkanwendungen zwar gesteigert, das schwache Geschäft mit Modulen und Multimedia-Filtern damit aber nicht ausgeglichen werden.

3. Ergebnisentwicklung


3.1. EBIT nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR2. Quartal 20081. Quartal 20092. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten+10,0+1,6–9,9
Keramische Bauelemente+10,1–11,415,3
OFW-Komponenten+5,6–9,416,3

Bedingt durch den Umsatzrückgang ging im Segment Kondensatoren und Induktivitäten das EBIT im 2. Quartal 2009 auf minus 9,9 Millionen EUR zurück.


Bei den Keramischen Bauelementen sank das EBIT auf minus 15,3 Millionen EUR, bei den OFW-Komponenten auf minus 16,3 Millionen EUR. Wesentliche Ursachen waren in beiden Segmenten der Abbau von Vorräten und – damit einhergehend – deutlich verringerte Produktionsvolumina.

3.2. Konzern-Ergebnis

in Mio. EUR2. Quartal 20081. Quartal 20092. Quartal 2009
EBIT+25,7−19,241,5
Ergebnis nach Steuern+17,1−29,851,5

Ergebnis je Aktie

(in EUR, unverwässert

+0,26−0,440,76

Im 2. Quartal 2009 ergab sich für EPCOS ein Konzern-EBIT in Höhe von minus 41,5 Millionen EUR.


Das Ergebnis nach Steuern betrug minus 51,5 Millionen EUR und war somit der wesentliche Grund für den Netto-Cash-Flow in Höhe von minus 40 Millionen EUR. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf minus 0,76 EUR.

4. Personalanpassung unvermeidlich


Aufgrund der sehr schwachen Nachfrage und ihrer weiteren Verschlechterung im 2. Quartal 2009 musste auch EPCOS seine Fertigungskapazitäten anpassen: An den Standorten in Deutschland wurden dazu vor allem Kurzarbeitprogramme genutzt. Darüber hinaus war ein Personalabbau unvermeidlich; dieser vollzog sich fast ausschließlich an Standorten im Ausland.


Die Anzahl der weltweit für EPCOS tätigen Menschen verringerte sich im Berichtsquartal um rund 2.050 auf 22.220. Von dem Stellenabbau entfielen etwa drei Viertel auf Leiharbeitnehmer und Beschäftigte bei Unterauftragsnehmern sowie etwa ein Viertel auf eigene Mitarbeiter. Deren Zahl ging um 560 auf 18.610 zurück.

5. Das 1. Halbjahr 2009

in Mio. EUR1. Halbjahr 2008±1. Halbjahr 2009
Umsatz729−25%546
EBIT+54,1---60,7
Ergebnis nach Steuern+36,2---81,4

Ergebnis je Aktie

(in EUR, unverwässert)

+0,55---1,20

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009 (1. Oktober 2008 bis 31. März 2009) ist der Umsatz von EPCOS gegenüber Vorjahr um 25 Prozent auf 546 Millionen EUR gesunken. Das EBIT betrug, im Wesentlichen durch das niedrigere Volumen bedingt, minus 60,7 Millionen EUR.


Das Ergebnis nach Steuern bzw. das Ergebnis je Aktie sanken auf minus 81,4 Millionen EUR bzw. auf minus 1,20 EUR.


Der Netto-Cash-Flow betrug in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009 minus 104 Millionen EUR. Im Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 53 Millionen EUR wirkten hauptsächlich das Ergebnis nach Steuern in Höhe von minus 81 Millionen EUR sowie eine durch das geringere Geschäftsvolumen verursachte Abnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Abschreibungen in Höhe von 64 Millionen EUR konnten diesen Mittelabfluss nur teilweise kompensieren. Für Investitionstätigkeiten wurden 51 Millionen EUR aufgewendet. Davon entfielen im Wesentlichen 31 Millionen EUR auf Netto-Investitionen in Anlagevermögen und 19 Millionen EUR auf Beteiligungserwerbe.

6. Ausblick


Nach wie vor sind über alle Abnehmerbranchen hinweg keine Anzeichen für ein Ende der Rezession erkennbar, wobei sich diese bei EPCOS vor allem in Deutschland zeigt – und hier besonders in den Abnehmerbranchen der Automobil- und Industrie-Elektronik. In der Folge lässt sich derzeit nicht abschätzen, wann sich die Nachfrage wieder normalisieren wird. Es wird davon ausgegangen, dass viele Kunden ihre Bestände an Bauelementen inzwischen auf ein Minimum reduziert haben; zumindest daraus könnte sich für EPCOS in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2009 eine moderate Umsatzbelebung ergeben.

Vor diesem Hintergrund erwartet EPCOS im laufenden 3. Quartal 2009 einen gegenüber Vorquartal leicht steigenden Umsatz in Höhe von 270 bis 280 Millionen EUR und ein verbessertes EBIT.

Über EPCOS


Die EPCOS AG ist ein führender Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München. Mit seinem breit gefächerten Produktportfolio bietet EPCOS ein umfassendes Angebot aus einer Hand und konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Auto-mobil-, der Industrie- und der Konsum-Elektronik. Das Unternehmen verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie Vertriebsbüros in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.


Elektronische Bauelemente befinden sich in jedem elektrischen und elektronischen Gerät und sind dort für die einwandfreie Funktion unverzichtbar. Die Produkte von EPCOS speichern elektrische Energie, filtern Frequenzen und schützen vor Überspannungen und -strömen.


Im Geschäftsjahr 2008 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) hat EPCOS einen Umsatz von 1,48 Milliarden EUR erzielt. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 21.200 Mitarbeiter.

Hinweis
Alle genannten Finanzdaten sind nach IFRS erstellt und untestiert.

Dieser Text enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauenden Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in unseren Abnehmerbranchen sein, in den Beziehungen zu unseren Kunden, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt EPCOS die Verpflichtung dazu.