28. Oktober 2009

4. Quartal des Geschäftsjahres 2009: Umsatz gegenüber Vorquartal weiter gesteigert, positives EBIT

4. Quartal 2009

  • Umsatz: Wachstum auf 323 Mio. EUR; 16% über Vorquartal, 15% unter Vorjahr
  • EBIT: +6 Mio. EUR (Vorquartal: −24 Mio. EUR, Vorjahr: +23 Mio. EUR)
  • Netto-Cash Flow erneut positiv: +19 Mio. EUR

Geschäftsjahr 2009

  • Weltwirtschaftskrise führt zu Umsatz- und Ergebnisrückgang
  • Zusammenführung des TDK-Bauelementegeschäfts und EPCOS kommt gut voran:
    TDK-EPC Corporation gegründet

1. Das 4. Quartal 2009

Bei EPCOS hat sich der Geschäftsverlauf im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2009 (1. Juli bis 30. September 2009) gegenüber Vorquartal deutlich verbessert.


Der Umsatz konnte im Vergleich zum 3. Quartal 2009 um 16 Prozent auf 323 Millionen EUR gesteigert werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde um rund 30 Millionen EUR auf plus 6 Millionen EUR verbessert, womit beim EBIT die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen ist.

2. Umsatz

2.1. Vergleich zum Vorquartal

in Mio. EUR3. Quartal 2009±4. Quartal 2009
Umsatz279+16%323

Zu dem Umsatzanstieg gegenüber dem 3. Quartal 2009 hat das Geschäft mit allen Abnehmerbranchen prozentual zweistellig beigetragen.


Vor allem die Nachfrage nach Produkten für Anwendungen in der Automobil-Elektronik belebte sich weiter. Der entsprechende Umsatz stieg zwar mit plus 25 Prozent am stärksten, lag damit aber weiterhin auf einem niedrigeren Niveau als noch vor Jahresfrist. Die Zuwächse im Geschäft mit Herstellern von Informations- und Kommunikationstechnik, Industrie- und Konsum-Elektronik sowie mit Bauelemente-Distributoren lagen jeweils rund 15 Prozent über Vorquartal.


Auch nach Regionen betrachtet, konnte der Umsatz gegenüber Vorquartal überall prozentual zweistellig gesteigert werden.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR3. Quartal 2009±4. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten118+14%134
Keramische Bauelemente77+16%90
OFW-Komponenten84+18%99

Im Vergleich zum Vorquartal erzielte EPCOS im Berichtszeitraum in allen Geschäftssegmenten prozentual zweistellige Umsatzzuwächse.


Bei den Kondensatoren und Induktivitäten erhöhte sich der Umsatz um 14 Prozent auf 134 Millionen EUR. Zu dem Wachstum haben nahezu alle Produktgruppen beigetragen.


Im Segment Keramische Bauelemente stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 90 Millionen EUR. Hier hat sich insbesondere die Erholung im Geschäft mit Produkten für die Automobil-Elektronik positiv ausgewirkt.


Der Umsatz mit Oberflächenwellen-Komponenten (OFW-Komponenten) erhöhte sich um 18 Prozent auf 99 Millionen EUR und wuchs damit am stärksten. Dabei ist die gute Geschäftsentwicklung bei Hochfrequenzfiltern und -modulen für Mobilfunkanwendungen hervorzuheben. Auch der Bedarf an Multimedia-Filtern für Geräte der Unterhaltungselektronik ist gestiegen.

2.2. Vergleich zum Vorjahresquartal

in Mio. EUR4. Quartal 2008±4. Quartal 2009
Umsatz382−15%323

Im 4. Quartal 2009 lag der Umsatz von EPCOS in Summe 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Lediglich der Umsatz mit Produkten für die Konsum-Elektronik übertraf – um 6 Prozent – das Niveau des Vorjahres. Dies war vor allem durch den Umsatzbeitrag des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens EPCOS Feida bedingt, das Anfang 2009 seinen Betrieb aufgenommen hatte.


In allen anderen Abnehmerbranchen lag der Umsatz prozentual zweistellig unter den Vorjahreswerten. Am stärksten rückläufig war mit fast 25 Prozent der Umsatz im Geschäft mit Distributoren.


In der regionalen Umsatzaufteilung von EPCOS spiegelte sich das deutlich abgeschwächte Geschäft mit der Automobil- und Industrie-Elektronik vor allem in Deutschland und im europäischen Ausland wider. Hier lagen die Umsätze um nahezu 30 Prozent bzw. rund 25 Prozent unter den Vorjahreswerten. Ein Plus konnte hingegen in Asien erzielt werden. Die Umsatzsteigerung von mehr als 10 Prozent stützte sich vor allem auf die positive Geschäftsentwicklung mit dort ansässigen Herstellern von Mobilfunktelefonen sowie den Beitrag von EPCOS Feida. Im NAFTA-Raum blieb der Umsatz gegenüber Vorjahr nahezu stabil.

Umsatz nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR4. Quartal 2008±4. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten15614%134
Keramische Bauelemente119−24%90
OFW-Komponenten107−7%99

Verglichen mit dem 4. Quartal 2008 war der Umsatz im Berichtsquartal in allen Geschäftssegmenten rückläufig – allerdings weit weniger stark ausgeprägt als in den vorangegangenen Quartalen.


Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten ging der Umsatz um 14 Prozent zurück. Dies war überwiegend durch das schwächere Geschäft mit Bauelementen für die Industrie- und Automobil-Elektronik bedingt.


Bei den Keramischen Bauelementen sank der Umsatz um 24 Prozent. Dieses Segment ist von der schwachen Nachfrage bei Herstellern von Automobil-Elektronik am stärksten betroffen.


Im Segment OFW-Komponenten sank der Umsatz in Summe um 7 Prozent. Trotz der Umsatzsteigerung im Geschäft mit Hochfrequenz-Filterprodukten für Mobilfunkanwendungen konnte der rückläufige Bedarf nach Modulen und Multimedia-Filtern nicht ausgeglichen werden.

3. Ergebnisentwicklung

EBIT nach Geschäftssegmenten

in Mio. EUR4. Quartal 20083. Quartal 20094. Quartal 2009
Kondensatoren und Induktivitäten+11,9−8,2+2,2
Keramische Bauelemente+10,7−12,6−0,7
OFW-Komponenten+6,9−2,9+4,2

Aufgrund des gegenüber Vorquartal prozentual zweistellig gesteigerten Umsatzes konnte das EBIT im 4. Quartal 2009 in allen Geschäftssegmenten erheblich verbessert werden:


Im Segment Kondensatoren und Induktivitäten erzielte EPCOS ein positives EBIT in Höhe von 2,2 Millionen EUR.


Bei den Keramischen Bauelementen konnte mit einem Plus von rund 12 Millionen EUR die größte Ergebnisverbesserung erreicht werden. Das EBIT betrug minus 0,7 Millionen EUR.


Bei den OFW-Komponenten lag das EBIT in Höhe von plus 4,2 Millionen EUR wieder klar in der Gewinnzone.

Konzern-Ergebnis

in Mio. EUR4. Quartal 20083. Quartal 20094. Quartal 2009
EBIT+23,1−23,7+5,7
Ergebnis nach Steuern+8,8−32,8−6,7
Ergebnis je Aktie
(in EUR, unverwässert)
+0,14−0,50−0,10

Im 4. Quartal 2009 erzielte EPCOS ein Konzern-EBIT in Höhe von plus 5,7 Millionen EUR. Diese Verbesserung war hauptsächlich in dem erzielten Umsatzanstieg begründet. Das Ergebnis nach Steuern betrug minus 6,7 Millionen EUR. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf minus 0,10 EUR.


Trotz des Verlustes nach Steuern konnte im abgelaufenen Quartal ein positiver Netto-Cash-Flow in Höhe von 19 Millionen EUR erzielt werden. Dabei ließ sich der Verlust nach Steuern durch die Abschreibungen sowie die Reduzierung des Netto-Umlaufvermögens mehr als kompensieren. Letzteres wurde durch einen weiteren Abbau der Vorräte erreicht, während der volumenbedingte Anstieg der Forderungen durch einen Aufbau bei Verbindlichkeiten ausglichen wurde. Somit betrug der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit plus 45 Millionen EUR. Für Investitionstätigkeiten wurden 26 Millionen EUR aufgewendet.

4. Das Geschäftsjahr 2009

Das Geschäftsjahr 2009 war maßgeblich von der weltweiten Wirtschaftskrise geprägt. Kunden reagierten auf den Nachfrageeinbruch mit einem massiven Abbau ihrer Lagerbestände. In der Folge verschoben oder stornierten sie ihre Bestellungen an elektronischen Bauelementen, wodurch auch EPCOS erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen musste.


Ihren Tiefpunkt erreichte die Geschäftsentwicklung von EPCOS im 2. Quartal 2009. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres hat sich die Nachfrage in allen Abnehmerbranchen und Regionen kontinuierlich belebt, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend. Zum Teil ist diese Belebung allerdings auch auf eine Normalisierung der Lagerbestände zurückzuführen.

4.1. Umsatz

in Mio. EURGeschäftsjahr 2008±Geschäftsjahr 2009
Umsatz1.478−22%1.147

Der Umsatz von EPCOS ging im Berichtsjahr um 22 Prozent auf rund 1,1 Milliarden EUR zurück.


Am stärksten sank der Umsatz mit einem Minus von mehr als 40 Prozent im Geschäft mit der Automobil-Elektronik. Ebenfalls prozentual zweistellig rückläufig war der mit Distributoren sowie mit Kunden aus der Industrie-Elektronik und der Informations- und Kommunikationstechnik erzielte Umsatz. Prozentual einstellig ging der Umsatz bei Produkten für die Konsum-Elektronik zurück.


Regional betrachtet sank der Umsatz um 40 Prozent am stärksten in Deutschland und um 30 Prozent im europäischen Ausland. Darin zeigte sich insbesondere das stark abgeschwächte Geschäft mit der Automobil- und Industrie-Elektronik. In der NAFTA-Region ging der Umsatz um nahezu 10 Prozent zurück. Der Anstieg in Asien um 8 Prozent war wesentlich von dem Umsatzbeitrag des Gemeinschaftsunternehmens EPCOS Feida bestimmt.

4.2. Ergebnis

in Mio. EURGeschäftsjahr 2008Geschäftsjahr 2009
EBIT+103,9−78,7
Ergebnis nach Steuern+62,8−120,9

Ergebnis je Aktie

(in EUR, unverwässert)

+0,96−1,79

In Folge des starken Umsatzeinbruchs sank das EBIT im Geschäftsjahr 2009 auf minus 79 Millionen EUR. Das Ergebnis nach Steuern betrug minus 121 Millionen EUR, das Ergebnis je Aktie minus 1,79 EUR.


Der Netto-Cash-Flow belief sich auf minus 69 Millionen EUR. Der Verlust nach Steuern wurde dabei durch die Abschreibungen mehr als kompensiert. Zusätzlich wirkte die Reduzierung des Netto-Umlaufvermögens positiv im Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit. Dieser betrug plus 31 Millionen EUR. Für Investitionstätigkeiten wurden mit 100 Millionen EUR deutlich weniger als im Vorjahr aufgewendet (135 Mio. EUR).

4.3. Personalentwicklung


Während des Berichtszeitraums musste EPCOS seine Fertigungskapazitäten der schwachen Nachfrage anpassen. Neben dem Abbau von Überstunden und Resturlaub sowie der Einführung von Kurzarbeit war es auch unvermeidlich, Personal abzubauen.


Die Zahl der Mitarbeiter ging weltweit um etwa 5 Prozent von 21.200 (Stand 30. September 2008) auf 20.080 zurück (Stand 30. September 2009). Im Inland sank die Zahl der bei EPCOS beschäftigten Mitarbeiter von 1.856 (Stand 30. September 2008) ebenfalls um 5 Prozent auf 1.757 (Stand 30. September 2009).


Der Anteil der Mitarbeiter in Ländern mit niedrigen Arbeitskosten ist mit 82 Prozent unverändert hoch geblieben. EPCOS beschäftigt heute mit einem Anteil von 65 Prozent nahezu zwei Drittel seiner Mitarbeiter in Asien, 19 Prozent im europäischen Ausland, 9 Prozent in Deutschland sowie 7 Prozent in Nord- und Südamerika.

5. Fortschritte im Integrationsprozess mit TDK: neue Dachmarke TDK-EPC


Der Zusammenschluss des Bauelementegeschäfts von TDK mit EPCOS kommt zügig und planmäßig voran.


Inzwischen konnte ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht werden: Am 1. Oktober 2009 wurde die neue gemeinsame Gesellschaft unter dem Namen TDK-EPC Corporation in Japan gegründet. Unter deren Dach und der neuen Dachmarke TDK-EPC wird nun das Bauelementegeschäft von TDK und EPCOS geführt. Die etablierten Produktmarken von EPCOS und TDK werden weiter genutzt.


Am 22. Oktober 2009 wurde der Beschluss der EPCOS-Hauptversammlung vom 20. Mai 2009 über die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Hauptaktionärin TDK Corporation in das Handelsregister der EPCOS AG eingetragen. Damit hält die TDK Corporation sämtliche EPCOS-Aktien und die Börsennotierung der EPCOS AG endet.


Ab dem 1. April 2010 wird das Geschäftsjahr von EPCOS – laut Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Mai 2009 – an das Geschäftsjahr der TDK Corporation angepasst. Das nächste volle Geschäftsjahr läuft vom 1. April 2010 bis zum 31. März 2011. Die Laufzeit 1. April bis 31. März gilt danach auch für alle Folgegeschäftsjahre.

6. Ausblick


Die globale Krise der Finanzmärkte und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben sich abgemildert. In der Folge steigt der Bedarf an elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen wieder an. Entsprechend haben Kunden bei EPCOS ihre Bestellmengen wieder erhöht, diese liegen aber noch unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2008.


Für das laufende 1. Quartal des Rumpfgeschäftsjahres 2010 (1. Oktober 2009 bis 31. März 2010) erwartet EPCOS gegenüber Vorquartal ein moderates Umsatzwachstum auf 325 bis 335 Millionen EUR und eine leichte Ergebnisverbesserung.

Über EPCOS


Die EPCOS AG ist ein führender Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München. Mit seinem breit gefächerten Produktportfolio bietet EPCOS ein umfassendes Angebot aus einer Hand und konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Automobil-, der Industrie- und der Konsum-Elektronik. Das Unternehmen verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie Vertriebs-niederlassungen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.


Elektronische Bauelemente befinden sich in jedem elektrischen und elektronischen Gerät und sind dort für die einwandfreie Funktion unverzichtbar. Die Produkte von EPCOS speichern elektrische Energie, filtern Frequenzen und schützen vor Überspannungen und -strömen.


Im Geschäftsjahr 2009 (1. Oktober 2008 bis 30. September 2009) hat EPCOS einen Umsatz von 1,1 Milliarden EUR erzielt. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 20.000 Mitarbeiter.

Hinweis


Alle genannten Finanzdaten sind nach IFRS erstellt.

Dieser Text enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauenden Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in unseren Abnehmerbranchen sein, in den Beziehungen zu unseren Kunden, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt EPCOS die Verpflichtung dazu.