23. Januar 2008

EPCOS stellt Finanzberichterstattung auf IFRS um

Rechnungslegung nach IFRS beginnt mit dem 1. Quartal 2008

EPCOS stellt mit Beginn des Geschäftsjahres 2008 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) seine Rechnungslegung auf den International Accounting Standard (IAS) um. In der Folge werden die Finanzkennzahlen ab dem 1. Quartal 2008 (1. Oktober bis 31. Dezember 2007) nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) berichtet. IFRS ersetzt bei EPCOS die bisherige Rechnungslegung nach US-GAAP.


Börsennotierte Unternehmen sind seit 2005 in der Europäischen Union verpflichtet, ihre Finanzkennzahlen nach IFRS zu berichten. EPCOS konnte aufgrund seiner bisherigen Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE) und der dadurch notwendigen Rechnungslegung nach US-GAAP verlängerte Übergangsfristen für die Einführung der Rechnungslegung nach IFRS in Anspruch nehmen. Diese erfordern die Aufstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS erstmals zum Ende des Geschäftsjahres 2008.


Im Zuge des im November 2007 wirksam gewordenen Delistings von der NYSE und der beantragten Deregistrierung bei der US-Börsenaufsicht sowie im Sinne einer konsistenten Berichterstattung für das gesamte Geschäftsjahr hat sich EPCOS entschlossen, seine Finanzberichterstattung bereits ab dem 1. Quartal 2008 ausschließlich nach IFRS zu veröffentlichen.

Eckdaten des Geschäftsjahres 2007 nach IFRS im Vergleich zu US-GAAP

Für das Geschäftsjahr 2007 hat EPCOS vergleichbare Vorjahreswerte der Finanzkennzahlen nach IFRS ermittelt. Daraus ergibt sich, dass sich die Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS für diese Berichtsperiode vor allem auf Ergebniskennzahlen auswirkt – etwa im Ergebnis nach Steuern, wo die Unterschiede zu US-GAAP im Wesentlichen auf isolierte Einzelthemen zurückzuführen sind, die nicht das laufende Geschäft betreffen. Die Bilanzrelationen bleiben nahezu gleich, der Netto-Cash-Flow ist unverändert.

Geschäftsjahr 2007
in Mio. EURnach US-GAAPnach IFRS (nicht testiert)
Umsatz1.4391.439
EBIT8386
EBIT-Marge6%6%
Finanzergebnis* -5

-27
Ergebnis vor Steuern 78

59
Ergebnis nach Steuern 64

51
Ergebnis je Aktie in EUR 0,98

0,78
Netto-Cash-Flow 31

31
Bilanzsumme 1.384

1.384

Eigenkapitalquote45%44%
Verschuldungsgrad35%36%

*Zinserträge (-aufwendungen)

Für das Geschäftsjahr 2007 ergeben sich die Unterschiede in den Ergebniskennzahlen im Wesentlichen aus den folgenden drei Themen:

1. Geänderte Rückstellungsbildung

Eine Rückstellungsbildung wird bei IFRS bereits immer dann erforderlich, wenn eine bestehende Verpflichtung dazu vorliegt, während US-GAAP die Erfüllung zusätzlicher formaler Kriterien verlangt. Daher mussten im IFRS-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007 bereits Rückstellungen für geplante Restrukturierungsprojekte gebildet werden. Der Aufwand für zukünftige Anpassungsmaßnahmen wurde somit vorweggenommen. Daneben sehen die IFRS-Vorschriften im Gegensatz zu US-GAAP Rückstellungen für drohende Verluste aus Verkaufsverträgen vor, was in 2007 zu einer leicht positiven Ergebniswirkung führte.


In Summe wird das EBIT des Geschäftsjahres 2007 nach IFRS mit rund 13 Millionen EUR aus höherer Rückstellungsbildung belastet.

www2. Geänderter Ausweis des Pensionsaufwands

Nach IFRS wird der Zinsaufwand für die Pensionsrückstellungen im Finanzergebnis ausgewiesen, während er nach US-GAAP im EBIT gezeigt wurde. Dies führt zu einer Entlastung des EBIT beziehungsweise einer Belastung des Finanzergebnisses in Höhe von jährlich rund 9 Millionen EUR. Auf das Ergebnis vor Steuern sowie das Ergebnis nach Steuern wirkt sich dies nicht aus.


Zusätzlich wurden im Rahmen der Umstellung auf IFRS die versicherungsmathematischen Verluste aus der Vergangenheit über das Eigenkapital getilgt. Auch zukünftig werden diese Gewinne oder Verluste direkt im Eigenkapital gebucht, während sie gemäß US-GAAP über 15 Jahre im EBIT amortisiert wurden.


Dadurch wird das EBIT nach IFRS im Geschäftsjahr 2007 um rund 2 Millionen EUR entlastet. Zukünftig ist der Ergebnisunterschied vor allem von der Entwicklung der langfristigen Zinssätze abhängig.


Insgesamt ergibt sich aus diesem Themenkomplex im Geschäftsjahr 2007 eine EBIT-Verbesserung von 11 Millionen EUR. Abzüglich der Belastung des Finanzergebnisses (9 Mio. EUR) verbessert sich das Ergebnis vor Steuern um 2 Millionen EUR.

3. Unterschiedliche Behandlung der in 2003 begebenen Wandelanleihe

Die von EPCOS begebene Wandelanleihe wurde nach US-GAAP mit ihrem Nominalwert bilanziert. Dabei wirkten die effektiv bezahlten Zinsen in der Gewinn- und Verlustrechnung.


Nach IFRS hingegen wird das in der Wandelanleihe enthaltene Wandlungsrecht wie eine Option mit dem jeweiligen Marktwert bewertet. Bewertungsänderungen wurden, weil diese Option als Fremdkapital zu charakterisieren war, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dadurch wurde nach IFRS das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2007 mit rund 8 Millionen EUR belastet. Um die dadurch entstehende Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung in Zukunft zu vermeiden, hat EPCOS im August 2007 auf sein Recht zur Barabfindung der Wandelanleihe verzichtet. Folglich wurde diese Bewertung letztmalig zum Verzichtszeitpunkt durchgeführt, zukünftig ist daraus keine Ergebniswirkung mehr zu erwarten.


Zusätzlich wird nach IFRS die Verbindlichkeit aus der Wandelanleihe bei Ausgabe ohne den Wert der Option eingebucht und über die Laufzeit der Wandelanleihe so aufgezinst, dass zum Rückzahlungszeitpunkt der Rückzahlungsbetrag bilanziert ist. Dies erhöht den Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung um rund 3 Millionen EUR pro Jahr.


In Summe verschlechtert sich das Finanzergebnis des Geschäftsjahres 2007 aus der Behandlung der Wandelanleihe somit um 11 Millionen EUR.

Fazit der Umstellung der Rechnungslegung von US-GAAP auf IFRS:
Zukünftig nur geringfügige Auswirkung auf die Finanzkennzahlen

Abgesehen von den Sondereffekten der unterschiedlichen Behandlung der Wandelanleihe und der geänderten Rückstellungsbildung für Restrukturierungsaufwendungen sind die Auswirkungen der IFRS-Umstellung auf die Finanzkennzahlen von EPCOS nahezu vernachlässigbar. Als wesentlicher Unterschied wird zukünftig der geänderte Ausweis des Zinsaufwandes für die Pensionsrückstellungen bleiben, was lediglich einer Verschiebung zwischen EBIT und Finanzergebnis entspricht.

Hinweis

Weitere Informationen zur IFRS-Umstellung finden Sie unter www.epcos.de/ir.

Über EPCOS

Die EPCOS AG ist ein führender Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München. Mit seinem breit gefächerten Produktportfolio bietet EPCOS ein umfassendes Angebot aus einer Hand und konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Auto-mobil-, der Industrie- und der Konsum-Elektronik. Das Unternehmen verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie Vertriebsbüros in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.


Elektronische Bauelemente befinden sich in nahezu jedem elektrischen und elektronischen Gerät und sind dort für die einwandfreie Funktion unverzichtbar. Die Produkte von EPCOS speichern elektrische Energie, filtern Frequenzen und schützen vor Überspannungen und -strömen.


Im Geschäftsjahr 2007 (1. Oktober 2006 bis 30. September 2007) hat EPCOS einen Umsatz von 1,44 Milliarden EUR erzielt. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 18.300 Mitarbeiter.