20. Mai 2009

Hauptversammlung 2009

Bericht zum Geschäftsjahr 2008

  • Umsatz gesteigert: plus 3 Prozent
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbessert: plus 22 Prozent
  • Zusammenführung von EPCOS mit dem TDK-Bauelementegeschäft erfolgreich vorangetrieben


Bericht zur ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009

  • Starke Belastung durch Wirtschaftskrise: Umsatz 25 Prozent unter Vorjahreswert;
    81 Millionen EUR Verlust nach Steuern
  • Fortlaufende Anpassung der Ressourcenplanung und Einsatzfaktoren
  • Zusammenführung mit TDK-Bauelementegeschäft kommt planmäßig voran


Tagesordnung/ Auszüge

  • Dividende in Höhe von 0,30 EUR
  • Beherrschungsvertrag zwischen TDK und EPCOS
  • Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre von EPCOS auf TDK

Geschäftsjahr 2008
Insgesamt erfolgreiche Bilanz


EPCOS hat im Geschäftsjahr 2008 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) den seit 2006 anhaltenden Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz konnte gesteigert sowie das Ergebnis erneut verbessert werden.


„Obwohl sich in einem zunehmend widrigeren wirtschaftlichen Umfeld das Erreichen von Umsatz- und Ergebniszielen immer schwieriger gestaltete, haben wir 2008 dennoch unsere selbstgesteckten Ziele erreicht“, so der Vorstandsvorsitzende Gerhard Pegam heute auf der Hauptversammlung in München. „Außerdem konnten wir die Zusammenführung von EPCOS mit dem Bauelementegeschäft von TDK erfolgreich vorantreiben.“


Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf rund 1,48 Milliarden EUR (Vorjahr 1,44 Mrd. EUR). Das EBIT erhöhte sich um 22 Prozent auf plus 105 Millionen EUR (Vorjahr: plus 86 Mio. EUR), die EBIT-Marge um einen Prozentpunkt auf 7 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern stieg um 25 Prozent auf 64 Millionen EUR (Vorjahr: 51 Mio. EUR), das Ergebnis je Aktie um 27 Prozent auf 0,99 EUR (Vorjahr: 0,78 EUR).


Der Netto-Cash-Flow wurde um 39 Prozent auf plus 43 Millionen EUR verbessert (Vorjahr: 31 Mio. EUR).

Erste Hälfte des Geschäftsjahres 2009
Starke Belastung durch Wirtschaftskrise


Die weltweite Wirtschaftskrise hat EPCOS in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2009 (1. Oktober 2008 bis 31. März 2009) voll erfasst und tiefe Spuren hinterlassen.


Alle großen Abnehmerbranchen litten unter schwacher Nachfrage und drosselten in der Folge ihre Produktion deutlich; allen voran die Automobil-Elektronik, mit der EPCOS im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 noch rund 27 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet hatte. Doch auch die Kunden aus der Informations- und Kommunikationstechnik, der Konsum-Elektronik sowie, mit leichter Zeitverzögerung, aus der Industrie-Elektronik senkten ihre Produktion teils erheblich.


Die Absatzschwierigkeiten der Kunden haben zu einem massiven Nachfragerückgang bei elektronischen Bauelementen geführt. In der Folge ging im Berichtszeitraum der Umsatz von EPCOS um 25 Prozent auf 546 Millionen EUR zurück (Vorjahr: 729 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 81 Millionen EUR (Vorjahr: plus 36 Mio. EUR).

Fortlaufende Anpassung der Ressourcenplanung und Einsatzfaktoren


Nach wie vor sind über alle Abnehmerbranchen hinweg keine Anzeichen für ein Ende der Rezession erkennbar, wobei sich diese bei EPCOS vor allem in Deutschland zeigt – und hier besonders in den Abnehmerbranchen der Automobil- und Industrie-Elektronik. In der Folge lässt sich derzeit nicht abschätzen, wann sich die Nachfrage wieder normalisieren wird. Es wird davon ausgegangen, dass viele Kunden ihre Bestände an Bauelementen inzwischen auf ein Minimum reduziert haben; zumindest daraus könnte sich für EPCOS in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2009 eine moderate Umsatzbelebung ergeben.


EPCOS hat sich auf ein äußerst schwieriges Jahr eingestellt. Das Unternehmen überprüft laufend seine Ressourcenplanung und passt Einsatzfaktoren, wann und wo immer möglich, den sich ändernden Gegebenheiten an. Unter anderem werden die Investitionen in Anlagevermögen im Geschäftsjahr 2009 aus heutiger Sicht mit rund 110 Millionen EUR deutlich unter denen des Vorjahres liegen (155 Mio. EUR). Für Forschung und Entwicklung sind Aufwendungen in Höhe von rund 75 Millionen EUR und damit leicht unter Vorjahresniveau vorgesehen (81 Mio. EUR). Außerdem war es in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2009 unvermeidlich, die Anzahl der weltweit für EPCOS tätigen Menschen um rund 6.100 auf 22.200 zu verringern. Von dem Stellenabbau entfielen etwa 60 Prozent auf Leiharbeitnehmer und Beschäftigte bei Unterauftragsnehmern sowie rund 40 Prozent auf eigene Mitarbeiter.

Zusammenführung mit TDK-Bauelementegeschäft im Plan


Auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft unter dem Dach einer noch zu gründenden Gesellschaft kommen die Partner TDK und EPCOS planmäßig und gut voran. Arbeitsgruppen, die sich aus Vertretern beider Unternehmen zusammensetzen und von einem paritätisch besetzten Lenkungsausschuss gesteuert werden, treiben den Zusammenführungsprozess und können bereits erfreuliche Ergebnisse vorweisen.


Der weitere Zeitplan bleibt unverändert; nicht zuletzt aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds setzen beide Seiten alles daran, das Tempo der Zusammenführung hoch zu halten. Die Beteiligten gehen unverändert davon aus, dass die TDK-Hauptversammlung im Juni 2009 die Ausgründung des relevanten Bauelementegeschäfts aus dem TDK-Konzern genehmigen wird. Die Gründung der neuen Gesellschaft, die dann auch die Beteiligung an EPCOS halten wird, soll am 1. Oktober 2009 erfolgen.


Mit dem Zusammenschluss zwischen EPCOS und dem Bauelementegeschäft von TDK entsteht ein weltweit führender Hersteller elektronischer Bauelemente, Module und Systeme mit einer wettbewerbsstarken Position in allen wichtigen Märkten. Die Perspektiven für das neue Unternehmen sind deshalb so vielversprechend, weil sich die Bauelementegeschäfte von TDK und EPCOS sehr gut ergänzen. Dies gilt sowohl in Hinblick auf Technologien und Produkte als auch bezüglich Absatzmärkte und Kunden. Damit sind sehr gute Voraussetzungen gegeben, um in angestammten Abnehmerbranchen das Fundament für Wachstum ausbauen und gemeinsam neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen zu können.

Tagesordnung der Hauptversammlung/ Auszüge
Dividende in Höhe von 0,30 EUR


EPCOS will seine Aktionäre an der guten Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr 2008 teilhaben lassen und schlägt der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,30 EUR je dividendenberechtigter Aktie vor. EPCOS hatte bereits für die Geschäftsjahre 2006 und 2007 eine Dividende von 0,20 EUR bzw. 0,30 EUR je Aktie ausgezahlt. Aus der Dividendenhöhe ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Ausschüttungssumme von 19,9 Millionen EUR. Die verbleibenden 69,7 Millionen EUR des Bilanzgewinns der EPCOS AG in Höhe von insgesamt 89,6 Millionen EUR sollen auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Beherrschungsvertrag zwischen TDK und EPCOS


Zwischen der TDK Germany GmbH und der EPCOS AG ist am 24. März 2009 ein Beherrschungsvertrag abgeschlossen worden. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, diesem Vertrag zuzustimmen, weil er vor allem entscheidende Vorteile für die weitere Zusammenführung von EPCOS mit dem Bauelementegeschäft von TDK bietet. So lassen sich damit beispielsweise die Anpassung und Optimierung von Konzernstrukturen erleichtern und beschleunigen.


Der Beherrschungsvertrag erlaubt es TDK, dem Vorstand von EPCOS bezüglich der Geschäftsführung Weisungen zu erteilen. Im Gegenzug gleicht TDK mögliche Verluste der EPCOS AG aus, die ihrerseits nicht verpflichtet ist, ihre Gewinne an TDK abzuführen.


Die Interessen der Minderheitsaktionäre der EPCOS AG werden durch ein Wahlrecht zu ihren Gunsten gewahrt. Sie können entweder eine jährliche garantierte Mindestdividende in Höhe von 1,09 EUR je Aktie erhalten oder ihre Aktien an TDK gegen eine Barabfindung in Höhe von 18,14 EUR je Aktie abtreten.

Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre von EPCOS auf TDK


Aktuell hält der Hauptaktionär TDK nahezu 96 Prozent der Aktien von EPCOS. Im Rahmen einer Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) strebt TDK den Erwerb der Anteile aller Minderheitsaktionäre an. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, dem Squeeze-out zuzustimmen.


Mit dem erfolgten Squeeze-out spart EPCOS vor allem Kosten und sonstigen Aufwand für Publikumshauptversammlungen und Börsennotierung ein. Diese Aufwände wären bei einem Streubesitz von rund 4 Prozent des Grundkapitals der EPCOS AG unverhältnismäßig hoch.


Die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre soll – wie im Fall des Beherrschungs-vertrags – gegen eine Barabfindung in Höhe von 18,14 EUR je Aktie vollzogen werden.

Angemessenheit von Garantiedividende und Barabfindung bestätigt


Die Angemessenheit sowohl der Garantiedividende als auch der Barabfindung sind durch Gutachten der zwei renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Pricewaterhouse Coopers und Warth & Klein bestätigt worden. Warth & Klein war vom Landgericht München als unabhängiger sachverständiger Prüfer bestellt worden.

Über EPCOS


Die EPCOS AG ist ein führender Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen mit Sitz in München. Mit seinem breit gefächerten Produktportfolio bietet EPCOS ein umfassendes Angebot aus einer Hand und konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Automobil-, der Industrie- und der Konsum-Elektronik. Das Unternehmen verfügt über Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie Vertriebsbüros in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.


Elektronische Bauelemente befinden sich in jedem elektrischen und elektronischen Gerät und sind dort für die einwandfreie Funktion unverzichtbar. Die Produkte von EPCOS speichern elektrische Energie, filtern Frequenzen und schützen vor Überspannungen und -strömen.


Im Geschäftsjahr 2008 (1. Oktober 2007 bis 30. September 2008) hat EPCOS einen Umsatz von 1,48 Milliarden EUR erzielt. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 21.200 Mitarbeiter.

Hinweis


Alle genannten Finanzdaten sind nach IFRS erstellt.

Dieser Text enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauenden Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in unseren Abnehmerbranchen, in den Beziehungen zu unseren Kunden, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen sein. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt EPCOS die Verpflichtung dazu.